Der Rudolfsturm, einst als "Ruedolfstain" im 16. Jahrhundert bekannt, hat eine facettenreiche Baugeschichte. Seine Errichtung wird oft auf das Jahr 1284 datiert. Im Mittelalter diente er als Wehrturm und war bis ins 19. Jahrhundert mit einem hölzernen Vorhaus verbunden. Der südwestliche Baukörper beherbergte das Schneiderzimmer und eine Küche im Erdgeschoss, mit Fenstern zum Salzberg und zum Markt Hallstatt. Umbauarbeiten im Jahr 1833 brachten Veränderungen, während das Vorhaus, Schneiderzimmer und Küche ihre räumliche Offenheit bewahrten.
Im 20. Jahrhundert erlebte der Rudolfsturm weitere Transformationen. Bis 1954 diente der Turm als Verwaltungsgebäude, verlor dann jedoch seine Funktion. Die Umnutzung zum Gastronomiebetrieb erfolgte, wodurch der Turm erhalten blieb. In den 1960er-Jahren wurde der Platz erweitert, ein Saal an der Nordostseite angebaut. Dieser Zubau fiel 2006 Schneedruck zum Opfer. Im Zuge der oberösterreichischen Landesausstellung 2008 wurde der Rudolfsturm generalsaniert und bergseitig um einen Zubau ergänzt, um den historischen Ort für Besucher erlebbar zu machen.